Entwicklung der Rechten Konzentration

Die Dhammakaya Meditation kombiniert die Aspekte der Konzentrations-Meditation (Samatha) und Einsichts-Meditation (Vipassana). Diese zusammen bilden mit der Sittlichkeit oder Moral (Sila) den Edlen Achtfachen Pfad.

Die Dhammakaya-Meditation in Bezug auf die Aspekte der Samatha-Meditation basiert auf vier Prinzipien: drei Methoden der Konzentration und als viertes das Zentrumsprinzip; sie verwendet drei von Buddhas vierzig Konzentrationsobjekten bzw. Konzentrationstechniken.

Die drei Konzentrationstechniken sind:

  1. Visualisierung einer Lichtkugel oder Kristallkugel (Aloka-Kasina)
  2. Wiederholung des Mantras „Samma Arahang“ zur Vergegenwärtigung des Erwachten, des Buddha, seiner Weisheit und Reinheit im Geist (Buddhanussati)
  3. Achtsamkeit auf den Atem (Anapanasati)

Das vierte Prinzip der Dhammakaya-Meditation, in Bezug auf Samatha, ist die Konzentration in der Mitte des Zentrums (Mittelpunkt des Körpers; 2 Fingerbreit über dem Nabel).
Das Zentrumsprinzip legt fest, dass die drei Methoden der Konzentration simultan im Zentrum des Körpers angewendet werden; diese Kombinationstechnik hebt sich durch ihre Effektivität besonders hervor.
Indem der Geist in der Mitte des Körpers zur Ruhe gebracht wird, kann der Meditierende seine oder ihre eigene Dhamma-Sphäre sehen.
Den Geist Fortdauernd auf den Mittelpunkt fokussiert, kann der Praktizierende in immer höheren und reineren Sphären aufsteigen; bis hin zum Nirwana.

1. Meditieren über ein Objekt der Visualisierung

Das Objekt der Visualisierung (Parikamma-nimitta) in der Dhammakaya-Meditation ist in der Regel eine Kristallkugel (Lichtkugel) oder eine transluzente Buddha-Statue. In der Meditationsübung lernen wir die Visualisierung der Kristallkugel (Aloka-Kasina).

Krystal Ball

Krystal Ball

 

Wenn Sie visualisieren, wohnt Ihr Geist in dem Objekt, welches Sie sich vorstellen.
Was immer Sie im Geist sehen, Ihr Geist ist dort. Wenn Sie über Mitglieder Ihres Haushalts nachdenken, wird Ihr Geist bei ihnen sein. Wenn Sie eine Kristallkugel oder Lichtkugel visualisieren und Sie sehen diese Kristallkugel, bedeutet dies, dass alle vier Komponenten des Geistes (Bewusstsein, Gedächtnis, Unterscheidung und Denkvorgang) in der Kristallkugel zusammengekommen sind.

Dies ist, warum wir das imaginieren einer Kristallkugel empfehlen. Es hilft, die Komponenten des Geistes zu konzentrieren. Wenn Sie die Achtsamkeit auf die Kristallkugel verlieren, werden Sie etwas anderes sehen, dies bedeutet, dass Ihr Geist wandert statt zu fokussieren. Versuchen Sie, die Visualisierung zu halten, um den Geist in der Kristallkugel fokussierend zu sammeln.

Die vier Komponenten des Geistes sind die Sphären von Bewusstsein, Gedächtnis, Unterscheidung und Denkvorgang. Verwenden Sie alle vier in der Vorstellung der Kristallkugel. Visualisieren Sie es. Erinnern Sie sich daran, wie die Kristallkugel ist. Denken Sie die ganze Zeit an die Kristallkugel. Im Zentrum der Kristallkugel ist eine sehr transparente Stelle. Halten Sie Ihr Bewusstsein dort fokussiert. Lassen Sie den Geist nicht umherwandern. Erfahren Sie alles über die Kristallkugel.

Die Visualisierung durchläuft drei Stufen auf dem Weg zur ersten von insgesamt acht Stufen des Jhana.

Jhana (Vertiefung), im weitesten Sinne gesprochen, ist jeder durch intensive Konzentration (samadhi) auf ein einziges geistiges oder körperliches Objekt (bhavana) hervorgerufener Versenkungszustand des Geistes.

Jhana ist ein Geisteszustand, in dem das Samadhi (die Konzentration) sich verwirklicht; erreicht durch Meditation.

Die erste Stufe ist gewöhnliche Wahrnehmung. Der Meditierende erreicht diesen Geisteszustand.
Die fünf Hindernisse (Groll, Trägheit, Ruhelosigkeit, Zweifel und sinnliches Verlangen)
verschwinden vollständig (aber vorübergehend).
Der Meditierende fühlt großen Frieden und Glück, die seinen gesamten Geist und Körper füllen.
Jedoch ist der Geist noch voller unsteter Gedanken.
Dieses ist das erste Jhana.

Das Meditationsobjekt (Kasina) anfänglich visualisiert, wird als sogenannte vorläufige oder vorbereitende Vision (Parikamma-nimitta) bezeichnet. Es ist gewöhnliche Wahrnehmung.

Da der Meditierende sich auf das Lichtobjekt konzentriert und ins Gedächtnis überträgt, wird das Bild mehr und mehr verfeinert, klarer und klarer, bis es wie eine Kristallkugel aussieht. Dies wird als Lernen der Entstehung eines Visualisierungsobjekts (Uggaha-nimitta) bezeichnet und ist die erste Stufe der Meditation.

Luang Pu Wat Paknam lehrte seine Schüler, die Kritallkugel oder Parikamma-nimitta zu visualisieren, bis Uggaha-nimitta erscheint.

Wenn der Meditierende sich auf die  Mitte des Uggaha-nimitta konzentriert, bis es ganz klar, hell und still wird, wird er / sie fähig werden, es zu verkleinern oder zu vergrößern. Dann wird das Gegenbild (Patibhaga-nimitta), welches wie eine Kristallsphäre aussieht, erscheinen.

Dies ist die zweite Stufe der Konzentration, das Licht-Objekt (Aloka-Kasina) und heißt Parikamma-bhavana oder vorläufige Meditation.

Das Erscheinen des Licht-Kasina markiert den Beginn der wesentlichen Meditation. Der Zweck dieses Vorgangs ist es, alle Komponenten des Geistes in der Kristallsphäre  mehr und mehr auf die Mitte des Körpers zu konzentrieren.

Krystal Ball, der mittle Punkt des Körpers

Krystal Ball, der mittle Punkt des Körpers

Diese Konzentration hilft, alle Hindernisse wie Inaktivität oder Trägheit, Schläfrigkeit und Zweifelhaftigkeit zu entfernen.

Wenn der Meditierende sich weiter in der Mitte des Lichtobjekts fokussiert, wird er oder sie im Zustand von entfernten Geisthindernissen Freude erfahren.

Wenn sich Angst einschleicht, verliert der Meditierende diesen Zustand, aber wenn er oder sie fortfährt mehr und mehr friedlich zu werden, sich immer weiter auf die Mitte der Mitte verfeinert zu konzentrieren, wird das Gegenbild (Patibhaga-nimitta) sehr hell und klar und der Meditierende wir sich glücklich oder glückselig fühlen.

Unruhe und Angst des Geistes werden sich auflösen. Indem der Geist noch in der Mitte verweilt, werden alle sinnlichen Begierden entfernt werden. Dieses Stadium ist das erste Jhana. Dies ist die Konzentration auf das Lichtobjekt. Es ist eine der einfachsten und effektivsten Methoden für die Konzentration des Geistes.

2. Die Erinnerung an Buddha Tugenden

Die Dhammakaya-Meditation kombiniert die Visualisierung des Licht-Objekts mit Erinnerung an den Tugenden des Buddhas. Die Erinnerung an Buddhas Tugenden wird durch ein sich wiederholendes Wort oder Mantra kulitviert.

Das Dhammakaya-Mantra ist:

„Samma Arahang“.

Samma bedeutet Rechtes, Höchstes oder das Ultimative. Es steht für Samma Sambuddho, welches Buddhas Höchste Rechte Erleuchtung oder Höchste Rechte Weisheit bedeutet.

Das Wort Arahang beutet, die Tugenden des Buddhas sind weit vom Leiden entfernt. Mit anderen Worten, es repräsentiert die perfekte Reinheit; Reinheit von allen Kilesas (Befleckungen des Geistes, wie Gier, Hass, Verblendung, Dünkel, Ansichten, Zweifel, Starrheit, Aufgeregtheit, Schamlosigkeit und Gewissenslosigkeit).

 

Wenn Sie die Worte „Samma Arahang, Samma Arahang, Samma Arahang“ wiederholen, vergegenwärtigen Sie Buddhas Weisheit und Reinheit in Ihrem Geist. Dies ist Buddhanussati oder Erinnerung an Buddhas Tugenden.

Der Meditierende wiederholt geistig das Mantra „Samma Arahang“ während simultan das Lichtobjekt (Aloka-Kasina) visualisiert wird. Die Rezitation hilft, die Vision der Kristallkugel hell und klar zu machen.

Krystal Buddha

Krystal Buddha

3. Achtsamkeit auf den Atem

Dhammakaya-Meditation kombiniert ebenso die Achtsamkeit auf den Atem mit der Visualisierung des Lichtobjekts und des Mantras „Samma Arahang“. Alle drei Techniken sind simultan in der Mitte des Körpers fokussiert.

Diejenigen, welche die Achtsamkeit auf den  Atem richtig praktizieren, richten lediglich ihre Aufmerksamkeit auf den Atem, fixieren einen Punkt und visualisieren es. Sie folgen dem Atem nicht in der Richtung; ein und aus oder auf und ab. Auf dieser Art wird der Geist mehr und mehr sublim und gelangt zur absoluten Stille.

Luang Pu Wat Paknam wandte die Technik der Achtsamkeit auf den Atem im Zentrum des Körpers an, um dem Geist zu helfen, sich mehr und mehr  auf den Mittelpunkt zu konzentrieren.

Um den Geist in der Mitte des Körpers,  wo der Atem endet, zu fokussieren, konzentrieren Sie Ihre Achtsamkeit auf den Mittelpunkt der Kristallkugel und beobachten Sie Ihre Ein- und Ausatmung. Der Atem geht durch die Kristallkugel und Sie können es visualisieren. Dies ist Achtsamkeit auf die Atmung oder Anapanasati. Tun Sie dies, bis die Kristallkugel klarer und klarer wird, dann vergessen Sie den Atem; lassen Sie los.

Achtsamkeit auf den Atem hilft dem Geist sich schneller zu konzentrieren. Während der Geist sich konzentriert, wird der Atem flacher. Der Geist wird mehr und mehr sublim, bis er in der Mitte des Körpers stoppt. Dies ist der Zweck der Achtsamkeit auf den Atem.

4. Das Prinzip des Zentrums

Die vierte Basis der Dhammakaya-Meditation ist das Prinzip des Zentrums. Luang Pu Wat Paknam sagte, dass der Geist sich in natürlicher Weise im Zentrum des Körpers befindet, zwei Fingerbreit oder etwa 5 Zentimeter oberhalb des Nabels. Nur wenn der Geist im Zentrum des Körpers ruht, kann man in die volle Tiefe des Dhamma eintauchen, wie es von Lord Buddha erklärt wurde.

Inneres Dhammakayas

Inneres Dhammakayas

 

Die drei Techniken beschreiben, dass der Meditierende zuerst die Kristallkugel in die Mitte des Körpers bringt. Dann fährt er oder sie mit dem Fokussieren im Zentrum des Zentrums der konzentrischen Sphäre, wie sie erscheint, fort. Auf diese Weise steigt der Meditierende durch das immer sublimere Körper-Geist-Konstrukt zu Dhammakaya oder Nirwana auf.

Diese Kombination von Techniken in der Mitte des Körpers angewandt, kann den Meditierenden bei vielen Problemen jeglicher Art zur Lösung verhelfen und führt zu einem schnellen Erfolg in der Samatha-Meditation (Konzentrations-Meditation). Es ist besonders effektiv, weil alle drei Methoden im breiten Spektrum der psychischen Tendenzen angewandt  werden kann.