Konzentrations & Einsichts Meditation

Meditation durch Konzentration des Geistes, um die fünf Hindernisse (Gier, Wut, Trägheit, Rastlosigkeit und Misstrauen) zu entfernen, ist als Samatha bekannt, während die Betrachtung des physischen Körpers, der Gefühle, der psychischen Funktionen (Geist) und der Phänomene (dhamma) zur Entwicklung der Rechten Weisheit Vipassana genannt wird. Dhammakaya-Meditation umfasst Aspekte beider Meditationen; Samatha und Vipassana.
Nach der Erleuchtung lehrte Buddha die Vier Edlen Wahrheiten. Dies sind die Leiden (Dukkha), die Ursache des Leidens (Samudaya), Aufhebung des Leidens (Nirodha) und der Edle Achtfache Pfad (Magga), der zur Aufhebung des Leidens führt. Der Edle Achtfache Pfad besteht aus Rechtes Verständnis, Rechtes Denken, Rechte Rede, Rechtes Handeln, Rechter Lebenserwerb, Rechte Anstrengung, Rechte Achtsamkeit und Rechte Konzentration des Geistes. Die Dhamma Praktiken des Edlen Achtfachen Pfad sind in drei Kategorien, Vipassana oder Rechte Weisheit, Sila oder Sittlichkeit und Samatha oder Rechte Konzentration (die Vertiefung), unterteilt.

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Sila oder die guten Sitten.

Lassen Sie uns zunächst überlegen, wie der zweiten, dreifachen Aufteilung des Edlen Achtfachen Pfad, die kollektiv als Sila (Sittlichkeit) bekannt ist, zu folgen ist. Dies sind die Rechte Rede, Rechtes Handeln (oder Verhalten) und Rechter Lebenserwerb (oder Lebensunterhalt). Wenn eine Person die Gebote (Empfehlungen) akzeptiert und Sila praktiziert, hilft es, falsche Rede und falsche Handlung, die durch falsche Geisteshaltung unter dem Einfluss von Gier, Anhaftung, Wut, Groll oder Wahnvorstellung entsteht, zu verhindern. Das üben der Rede, der körperlichen Aktionen und des Denkens, basierend auf die Gebote (Empfehlungen) der Sittlichkeit, hilft uns mehr und mehr ruhiger zu werden.

Konzentration – Meditation.

Konzentrations-Meditation führt uns auf die nächste, dreifache Aufteilung des Edlen Achtfachen Pfad. Dies sind die Rechte Anstrengung (oder Streben, Üben), Rechte Achtsamkeit und Rechte Konzentration (oder Sichversenken). Die Praxis der Samatha-Meditation befasst sich mit Konzentration. Es hilft, die fünf Hindernisse, welche verbunden sind mit sinnlicher Begierde, bösen Willen, Untätigkeit oder Schläfrigkeit, Angst oder Unruhe des Geistes und Zweifelhaftigkeit, auf dem Weg zur Weisheit zu überwinden. Konzentrations-Meditation hilft auch bei der Entwicklung von Geistespower wie z.B. super-normale Sehschärfe und übernatürliches Gehör, diese wiederum unterstützen in der Entwicklung des übernatürlichen Wissens über die Vergangenheit und Zukunft. Samatha hilft auch  bei der Entstehung der Erkenntnis über das natürliche Gesetz des Karma (Ursache und Wirkung) sowie Wiedergeburt. Dies ist sehr hilfreich für die Entwicklung der Rechten Weisheit in der Einsichts-Meditation. Konzentrations-Meditation hilft auch, sich zu beruhigen und beim entfernen der Gier,  der Leidenschaft, der Verbundenheit mit bedingten (Karma-) Formationen oder weltlichen Objekten.

Buddhastatue

 

Einsichts – Meditation

Einsichts- oder Vipassana-Meditation ist die Technik für die Entwicklung der rechten Weisheit. Dies ergibt sich aus der Betrachtung der vier Grundlagen der Achtsamkeit, den physischen Körper, Gefühle, mentale Funktionen und Dhamma. Es umfasst die Rechte Weisheit im Hinblick auf die fünf Hindernisse (Gier, Wut, Trägheit, Rastlosigkeit und Misstrauen), die fünf Aggregate (Körper, Empfindung, Unterscheidung, Faktoren des Geistes und Bewußtsein), die Vier Edlen Wahrheiten (die Leiden, die Ursache des Leidens, Aufhebung des Leidens und der Edle Achtfache Pfad) und die zwölf Glieder des abhängigen Entstehens (Paticcasamuppada; Verblendung, Erfinden [sich ausdenken], Bewusstsein, Körper und Geist, Sinneserfahrung, Sinneskontakt, Gefühl, Begierde, Anhaften, Werdeprozeß, Geburt, Altern und Tod).

Bezüglich der Rechten Weisheit, sollten wir das Rechte Verständnis der beiden grundlegenden Aspekte der Natur entwickeln: erstens das Rechte Verständnis der drei gemeinsamen Merkmale von allen Verbindungen (bedingte Formationen).

Buddha sagte:

Sabbe sankhara anicca
Alle Verbindungen sind vergänglich.

Sabbe sankhara dukkha
Alle Verbindungen sind unbefriedigend oder dem Leiden unterworfen.

Daher wird jede Person, die sich den Verbindungen mit Begierde und Wahn hingibt leiden, je nach dem Grad der Hingabe.

Schließlich:

Sabbe dhamma anatta
Alle Verbindungen sind frei von Selbst (ohne bleibenden Kern, da alle
Verbindungen von anderen Verbindungen abhängig sind).

Einige übersetzen die Phrase sabbe dhamma wörtlich als „alle Erscheinungen“ (beide Verbindung und Nicht-Verbindung). Das ist nicht wahr. Nach Buddhas Lehre im Dhammapada Pali Text, wie von den ursprünglichen Arahant Kommentatoren und durch die jüngsten Übersetzer (Carter und Palihawadana 1987) beziehen sich die Worte sabbe dhamma in diesem Kontext nur auf die fünf Aggregate. Diese sind sankhara oder Verbindungen. So schließt die Bezugnahme reine Nicht-Verbindungs-Aspekte der Natur, wie Nirwana, aus.

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Der zweite Aspekt der Natur, erkennbar mit der Rechten Weisheit, ist das Rechte Verständnis von nicht-zusammengesetzter Natur (Visankhara). Dies bedeutet, „Das Reine“ und bezieht sich auf Nirwana. Der Pali Kanon beschreibt Nirwana als ohne Vorbehalt einer Änderung, die reine Essenz und absolut dauerhaft. Es ist ewig, ohne Tod und Wiedergeburt. Jede Person, die Nirwana erreicht wird den höchsten Frieden und das höchste Glück finden.

Der Edle Achtfache Pfad

Vipassana-Meditation hilft auch die Rechte Weisheit der Vier Edlen Wahrheiten zu entwickeln. Dazu gehören der Edle Achtfache Pfad als die vierte edle Wahrheit, der Weg zum Aufhören aller Leiden. Vipassana oder Einsicht führt zu Rechtes Denken und Rechte Absicht. Rechtes Denken in Bezug auf die Vier Edlen Wahrheiten und Rechte Absicht für die Beseitigung aller Leidenschaften. Dazu gehört auch die subtilste Leidenschaft, mentale Bindung (Anusaya kilesa oder Asava kilesa) und die subtilste Unwissenheit, vor allem innewohnender Missverständnis (Avijjasava oder Avijja-anusaya), welches die Ursache des Leidens ist.

Vipassana hilft auch, die Kette des Bedingten Entstehens zu zerschneiden. Zunächst sei gesagt, Unwissenheit (Avijja) lässt den Eindruck oder die bedingte (Karma-) Formation (Sankhara) entstehen, durch den Eindruck entsteht Bewusstsein, durch Bewusstsein entsteht der psycho-physische Organismus (Nama-Rupa), und das Ergebnis liegt in den Sinnesorganen (Salayatana). Diese wiederum bewirken Kontakt (Phassa), Gefühl (Vedana), Gier (Tanha), Aufsatz (Upadana), den Willen zu werden (Bhava), Wiedergeburt (Jati) und das Leiden von Alter, Krankheit , Verzweiflung, Trauer und Tod (Jara-marana).

Wenn der Edle Achtfache Pfad perfekt geräumt ist, folgt daraus zumindest die Zerschneidung der drei folgenden Fesseln:

  • Falsche Ansicht (Sakkayaditthi) über die Eigenschaften aller Verbindungen (die Selbstsicht, eines der fünf Aggregate oder Zusammenhäufungen [Khandhas] sei ein permanentes Wesen, ein Atta; sich mit dem Begehren [Tanha] identifizieren)
  • Zweifelhaftigkeit (Vicikiccha) über die Dhamma-Praxis (Buddhas Lehre) die zu Nirwana führt
  • Falsche religiöse Praktiken (Silabbataparamasa; die Überzeugung, das Ausführen von Regeln und Riten sei ausreichend für die Befreiung)

Diejenigen, die voll den Edlen Achtfachen Pfad geöffnet haben und in der Lage sind, diese Fesseln zu zerschneiden, werden zu edlen Jüngern; zu Stromeingetretene  (Sotapanna)

Im Buddhismus wird Sotapanna (Pali) auf eine „Person“ bezogen welche die ersten drei Fesseln des Geistes (samyojana) überwunden hat. Im Deutschen wird es meistens mit „Stromeingetretener“ übersetzt, Stromeintritt heißt in Pali Sotapatti. In der Bildersprache des Buddhismus ist Samsara das diesseitige (mit Leiden behaftete) Ufer, Nirwana das jenseitige (leidfreie) Ufer und zum erreichen des anderen Ufers (Nirwana) ist das überqueren eines Stromes notwendig. Stromeintritt bedeutet darin dass jemand in „den Strom der Erleuchtung“ eingetreten ist, d.h. der Weg zu Nirwana ist für ihn nicht mehr umkehrbar. Sotapatti ist die erste der vier Stufen der Heiligkeit.

Von einem Sotapanna wird gesagt er habe ein intuitives Verständnis für die Lehre des Buddha (Rechte Ansicht) und vollständiges Vertrauen in sie. Außerdem wird über Stromeingetretene gesagt dass sich ihnen das „Auge des Dhamma“ (dhammacakkhu) geöffnet hat, weil in ihnen die unerschütterliche Erkenntnis gereift ist dass „alles was irgendwie entstanden ist auch wieder untergehen muss“

Meditierende

 

Dhammakaya Meditation

Betrachten wir die Prinzipien der Dhammakaya-Meditation deren Grundlage die Konzentrations- und Einsichts-Meditation ist, mögen einige denken, dass der Ansatz neu ist und nicht in den heiligen Schriften oder nicht den Lehren des Buddhas zu finden ist. In der Tat ist diese Methode genau die Lehre des Buddhas.

Das letztendliche Ziel der Meditation ist es, Nirwana durch Entfernen aller Unwissenheit und Leidenschaften und durch die Entwicklung der Rechten Weisheit über den Weg der Verwirklichung zu erreichen. All dies ist möglich, wenn Sie Dhammakaya erreichen. Dhammakaya ist wirklich Buddha. Buddha sagte in der Suttantapitaka, Digha-Nikaya, Patika-vagga Agganna-Sutta:

Dhammakaya ist der Name des Buddhas oder ist Buddha. Sowohl Lord Buddha und die anderen Edlen (Arahants) sprachen von Dhammakaya. Sie beschrieben die Erleuchtung oder das Erreichen von Nirwana durch das Entstehen von Dhammakaya.

Also, Buddha und die Arahants sind wirklich Dhammakaya, welches  das reinste Element ist. Es ist nicht zusammengesetzt (Nicht-Verbindung; un-bedingt) und sehr verschieden von dem rohen Körper. Das Rohprodukt Körper ist eine Verbindung, etwa wie die fünf Aggregate, die den Veränderungen unterworfen sind. Wer mit diesen Verbindungen verkettet ist wird leiden, denn bald werden die Verbindungen nicht mehr existieren; sie sind impermanent da nicht-selbst. Der Dhammakaya Arahant ist nicht von diesem Charakter. Er ist dauerhaft. Das Pali Wort Dhammasaram bedeutet „elemental“ und Niccam bedeutet „permanent“. Nibbanam paramam sukham bedeutet Nirwana ist das höchste oder das höchste Glück (in Bezug auf etwas, das ohne Veränderung ewig existiert). Die Pali Worte Tadi oder Dhuvam werden im Bezug auf Nirwana verwendet, die wie Dhammakaya nicht-zusammengesetzt (Nicht-Verbindung; un-bedingt) ist.

Buddha sagte:

Mönche, nicht zusammengesetzte Natur existiert, wenn die Nicht-Verbindung oder reinste Natur nicht vorhanden wären, gäbe es keine Loslösung von dem, was Verbindung ist. Aufgrund der Existenz der Nicht-Verbindung, wird die Loslösung aus der Verbindung erst möglich. (Nibbana Sutta III.).

Einige fragen, warum niemand Dhammakaya erwähnt. In der Tat sind alle diese Informationen in den heiligen Schriften. Warum haben so viele es übersehen? Es kann nur gesagt werden, dass Luang Pu Wat Paknam insbesondere bis hin zu Nirwana meditierte und diese beiden Naturen sehen konnte; Verbindung und Nicht-Verbindung, genau so wie Buddha sie beschrieb. An dieser Stelle können nicht diejenigen kommentiert werden, die etwas anderes sagen. Diejenigen, die diesen Dhamma hören, der sowohl über die Verbindung und der Nicht-Verbindung (Nirwana) spricht, sind sehr glücklich.

In den folgenden Kapiteln werden wir die Prinzipien der Konzentration und Einsicht zusammen mit der Dhammakaya-Meditation untersuchen. Sie werden sehen, das die Dhammakaya-Meditation in genauer Übereinstimmung mit Buddhas Lehren steht und direkt auf die überweltliche Rechte Weisheit (Nirwana) zielt. Dhammakaya, das reinste Element, ist nicht zusammengesetzt und besitzt Merkmale von Nirwana. Luang Pu Wat Paknam lehrte seine Jünger die Rechte, reinste Natur von Dhammakaya oder Nirwana zu erreichen und Nirwana in allen Aspekten zu verstehen.

Wir haben gesehen, dass Buddha die Vier Edlen Wahrheiten voll erkannte: Leiden, die Ursache des Leidens, Aufhebung des Leidens, und der Edle Achtfache Pfad, der zur Aufhebung des Leidens führt. Wir haben auch die drei grundlegenden die Dhamma Praktiken für die Entfaltung des Edlen Achtfachen Pfad beschrieben: Sila oder Einhaltung von moralischen Geboten, Konzentrations-Meditation für die Konzentration des Geistes auf die fünf Hindernisse, um diese zu entfernen, Einsichts-Meditation welche die Betrachtung des physischen Körpers, der Gefühle, der psychischen Funktionen beinhaltet und Dhamma zur Entwicklung Rechter Weisheit.

Wenn der Edle Achtfache Pfad fest etabliert ist, wird der Meditierende in der Lage sein, mindestens die ersten drei Fesseln (Sanyojana) zu zerschneiden. Dies sind falsche Ansicht über die Merkmale von Verbindungen (Sakkayaditthi), Zweifelhaftigkeit über die Drei Juwelen (Buddha-Dhamma-Sangha) und Dhamma Praktiken (Vicikiccha) und unvorteilhafte bzw. falsche Praktiken (Silabbataparamasa). Von diesen drei Fesseln befreit, wird der  Praktiziernede in der Lage sein, ein Stromeintretender (Sotapanna) edler Jünger zu werden und schließlich Nirwana erreichen.

Zusammenfassung

Zusammenfassend ist die Meditation durch Konzentration des Geistes auf das entfernen der fünf Hindernisse als Konzentrations-Meditation bekannt, während die Betrachtung des physischen Körpers,  der Gefühle, der mentalen Funktionen und Dhamma zur Entwicklung Rechter Weisheit Einsichts-Meditation genannt wird. Diese Meditationspraktiken müssen auf Sila oder moralischen Vorschriften beruhen. Jeder praktizierende dieses Dhamma kann sich sicher sein, die Rechte Weisheit zu erlangen über Leiden, die Ursache des Leidens, Aufhebung des Leidens, und den Edlen Achtfachen Pfad zur Aufhebung des Leidens — kurz, die Vier Edlen Wahrheiten.

Die Dhammakaya-Meditation beinhaltet Aspekte der Konzentration oder Samatha und der Einsicht oder Vipassana. Es ist keine neue Lehre. Dhammakaya ist in den Schriften erwähnt und die Methode folgt genau Buddhas Lehren. Diese Meditationstechnik führt direkt zu Nirwana. Dhammakaya ist die Nicht-Verbindung. So ist auch Nirwana und so  ist ebenso auch der Lord Buddha. Der Ansatz ist besonders effektiv, weil der Meditierende, der Dhammakaya erreicht, beide Naturen, Verbindung und Nicht-Verbindung, sehen und erfahren kann. Mit etwas Übung kann er oder sie die Fesseln zerschneiden und ein edler Schüler werden. Durch das zerschneiden der ersten drei Fesseln, wird man ein Stromeintretender (Sotapanna). Nach weiterem zerschneiden  Fesseln an die bedingte Natur, wird man ein Sankt Dhammakaya (Arahant).